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Mastholte - In einem Nachlass einer befreundeten Familie in meiner Heimatstadt Greven fand ich, sozusagen passend zum Schiller- Jahr 2005, des Dichters „Lied von der Glocke“, und zwar in münsterländischer plattdeutscher Mundart! Vor heute etwa 50 Jahren, als wir selbst uns noch mit dem umfänglichen Text herumplagten, hat damals ein Zeitgenosse sich die Mühe gemacht, Schillers Ballade in die plattdeutsche Mundart zu setzen. Während es ja viele Parodien gibt, ist diese Arbeit keineswegs so angelegt. Hier wird vielmehr versucht, die Schillerschen Empfindungen beim Besuch einer Glockengießerei in Rudolfstadt im Jahre 1788 auch in der westfälischen Mundart zum „Klingen“ zu bringen. Friedrich von SCHILLER In Johann Georg Krünitz Enzyklopädie fand Schiller auch den Leitspruch für sein Gedicht: Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango, d.h. Ich [die Glocke] rufe die Lebenden, ich beweine die Toten, ich breche die Blitze. Es ist eine weit verbreitete Glocken-Umschrift. (Sie stand auch auf einer Glocke von Mastholte, die im ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde.) Aus diesem Grunde auch ist ”Das Lied von der Glocke” unlösbar mit der Schaffhausener Glocke verknüpft, denn Schiller kannte diese Glocke per Anschauung.
Nicht wenige Interpreten erkennen in seiner Ballade seine Auseinandersetzung mit den Exzessen der Französischen Revolution von 1789. Erst 1799 vollendete Schiller „das Lied von der Glocke“ in seinem Wohnort Weimar. „Meisterhaft lässt Schiller das stufenweise vor sich gehende Entstehen der Glocke gleichsam gleichen Schritt halten mit der Entwicklung des menschlichen Lebens, vom Anfang an bis zu seiner Vollendung“, schreibt Andre Lehr, „als Taufglocke, als Heiratsglocke, als Totenglocke, als Feuerglocke, als Angelusglocke, als Sturmglocke usw.“Ein ernsthafter, interessanter Versuch! Die vielen Lebensweisheiten, die zu geflügelten Worten bis in die Gegenwart wurden, sind wie selbstverständlich in unserem Sprachgebrauch. Jeder von uns kennt schließlich seine Pappenheimer. Und dass früh sich übt, was ein Meister werden soll, weiß jedes Kind. Schillers Worte sind allgegenwärtig, aber wir ordnen sie ihm als Urheber oft nicht mehr zu.
Ein paar Beispiele aus dem „Lied von der Glocke“: „O! dass sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe!“ - „Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew´ger Bund zu flechten.“ - „Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ - „Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben ...“ - „Errötend folgt er ihren Spuren und ist von ihrem Gruß beglückt ...“ - „Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“ - „Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau ...“ - „Den schlechten Mann muß man verachten, der nie bedacht, was er vollbringt.“. In der plattdeutschen Fassung erhalten Zitate und Sprüche oft doppelten, eigenartigen Klang!
Wir Schüler damals hatten wegen der Länge das Epos eher abgeschrieben denn gelernt. Und so richtig verstehen wollten wir die Ballade auch nicht. Und so bereitet mir das Lesen heute der plattdeutschen Fassung, die hochdeutsche danebenliegend, eine hilfreiche Sicht auf die Schillerschen Gedanken. Erst die Gegenüberstellung lässt für mich Schillers Intentionen so richtig deutlich werden, nämlich als Summe der Erfahrungen und Erkenntnisse eines gereiften Menschen. Während in der Gießerei die Glocke entsteht, läuft gleichsam vor unseren Augen der Film des Lebens ab, von der Wiege bis zur Bahre, mit allen Höhen und Tiefen, mit Glück und Verhängnis, mit allem, was wir Menschen in unserem Dasein ric
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"Übersetzung in Mastholter Platt: Ingrid Wedeking"
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htig und falsch machen können.
Um zum Schiller-Jahr nun auch den Heimatfreunden in Mastholte einen solchen Einblick zu bereiten, bat ich die Volkskundlerin und Expertin fürs Mastholter Platt Ingrid Wedeking, anhand der münsterländischen Vorlage eine Version für Mastholte zu fertigen. Ich finde ihre Arbeit so gelungen, dass ich sie in einer Synopse (links Schiller, rechts platt) auf diesem Wege allen Mastholtern zugänglich machen möchte. Sicher können auch die Nachbarn unserer Ortschaft etwas damit anfangen. Viel Freude!
Bert Bertling
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Friedrich von SCHILLER (1759-1805) , Das Lied von der Glocke (1799) üö
1 Fest gemauert in der Erden Steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muß die Glocke werden, Frisch, Gesellen, seid zur Hand. 5 Von der Stirne heiß Rinnen muß der Schweiß, Soll das Werk den Meister loben, *Doch der Segen kommt von oben. Zum Werke, das wir ernst bereiten, 10 Geziemt sich wohl ein ernstes Wort; Wenn gute Reden sie begleiten, Dann fließt die Arbeit munter fort. So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten, Was durch die schwache Kraft entspringt, 15 Den schlechten Mann muß man verachten, Der nie bedacht, was er vollbringt. Das ist's ja, was den Menschen zieret, Und dazu ward ihm der Verstand, Daß er im innern Herzen spüret, 20 Was er erschafft mit seiner Hand. Nehmet Holz vom Fichtenstamme, Doch recht trocken laßt es sein, Daß die eingepreßte Flamme Schlage zu dem Schwalch hinein. 25 Kocht des Kupfers Brei, Schnell das Zinn herbei, Daß die zähe Glockenspeise Fließe nach der rechten Weise. Was in des Dammes tiefer Grube 30 Die Hand mit Feuers Hülfe baut, Hoch auf des Turmes Glockenstube Da wird es von uns zeugen laut. Noch dauern wird's in späten Tagen Und rühren vieler Menschen Ohr 35 Und wird mit dem Betrübten klagen Und stimmen zu der Andacht Chor. Was unten tief dem Erdensohne Das wechselnde Verhängnis bringt, Das schlägt an die metallne Krone, 40 Die es erbaulich weiterklingt. Weiße Blasen seh ich springen, Wohl! Die Massen sind im Fluß. Laßt's mit Aschensalz durchdringen, Das befördert schnell den Guß. 45 Auch von Schaume rein Muß die Mischung sein, Daß vom reinlichen Metalle Rein und voll die Stimme schalle. Denn mit der Freude Feierklange 50 Begrüßt sie das geliebte Kind Auf seines Lebens erstem Gange, Den es in Schlafes Arm beginnt; Ihm ruhen noch im Zeitenschoße Die schwarzen und die heitern Lose, 55 Der Mutterliebe zarte Sorgen Bewachen seinen goldnen Morgen. - Die Jahre fliehen pfeilgeschwind. Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe, Er stürmt ins Leben wild hinaus, 60 Durchmißt die Welt am Wanderstabe. Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus, Und herrlich, in der Jugend Prangen, Wie ein Gebild aus Himmelshöhn, Mit züchtigen, verschämten Wangen 65 Sieht er die Jungfrau vor sich stehn. Da faßt ein namenloses Sehnen Des Jünglings Herz, er irrt allein, Aus seinen Augen brechen Tränen, Er flieht der Brüder wilden Reihn. 70 *Errötend folgt er ihren Spuren Und ist von ihrem Gruß beglückt, Das Schönste sucht er auf den Fluren, Womit er seine Liebe schmückt. O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, 75 Der ersten Liebe goldne Zeit, Das Auge sieht den Himmel offen, Es schwelgt das Herz in Seligkeit. *O! daß sie ewig grünen bliebe, *Die schöne Zeit der jungen Liebe! 80 Wie sich schon die Pfeifen bräunen! Dieses Stäbchen tauch ich ein, Sehn wir's überglast erscheinen Wird's zum Gusse zeitig sein. Jetzt, Gesellen, frisch! 85 Prüft mir das Gemisch, Ob das Spröde mit dem Weichen Sich vereint zum guten Zeichen. Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Wo Starkes sich und Mildes paarten, 90 Da gibt es einen guten Klang. *Drum prüfe, wer sich ewig bindet, *Ob sich das Herz zum Herzen findet! *Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. Lieblich in der Bräute Locken 95 Spielt der jungfräuliche Kranz, Wenn die hellen Kirchenglocken Laden zu des Festes Glanz. Ach! des Lebens schönste Feier Endigt auch den Lebensmai, 100 Mit dem Gürtel, mit dem Schleier Reißt der schöne Wahn entzwei. Die Leidenschaft flieht! Die Liebe muß bleiben, Die Blume verblüht, 105 Die Frucht muß treiben. Der Mann *muß hinaus *ins feindliche Leben, Muß wirken und streben Und pflanzen und schaffen, 110 Erlisten, erraffen, Muß wetten und wagen, Das Glück zu erjagen. Da strömet herbei die unendliche Gabe, Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe, 115 Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus. *Und drinnen waltet *Die züchtige Hausfrau, Die Mutter der Kinder, Und herrschet weise 120 Im häuslichen Kreise, Und lehret die Mädchen Und wehret den Knaben, Und reget ohn Ende Die fleißigen Hände, 125 Und mehrt den Gewinn Mit ordnendem Sinn. Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden, Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden, Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein 130 Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein, Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer, Und ruhet nimmer. Und der Vater mit frohem Blick Von des Hauses weitschauendem Giebel 135 Überzählet sein blühend Glück, Siehet der Pfosten ragende Bäume Und der Scheunen gefüllte Räume Und die Speicher, vom Segen gebogen, Und des Kornes bewegte Wogen, 140 Rühmet sich mit stolzem Mund: Fest, wie der Erde Grund, Gegen des Unglücks Macht Steht mir des Hauses Pracht! *Doch mit des Geschickes Mächten 145 *Ist kein ew'ger Bund zu flechten, Und das Unglück schreitet schnell. Wohl! Nun kann der Guß beginnen, Schön gezacket ist der Bruch. Doch, bevor wir's lassen rinnen, 150 Betet einen frommen Spruch! Stoßt den Zapfen aus! Gott bewahr das Haus. Rauchend in des Henkels Bogen Schießt's mit feuerbraunen Wogen. 155 Wohltätig ist des Feuers Macht, Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, Und was er bildet, was er schafft, Das dankt er dieser Himmelskraft, Doch furchtbar wird die Himmelskraft, 160 Wenn sie der Fessel sich entrafft, Einhertritt auf der eignen Spur Die freie Tochter der Natur. *Wehe, wenn sie losgelassen Wachsend ohne Widerstand 165 Durch die volkbelebten Gassen Wälzt den ungeheuren Brand! Denn die Elemente hassen Das Gebild der Menschenhand. Aus der Wolke 170 Quillt der Segen, Strömt der Regen, Aus der Wolke, ohne Wahl, Zuckt der Strahl! Hört ihr's wimmern hoch vom Turm? 175 Das ist Sturm! Rot wie Blut Ist der Himmel, Das ist nicht des Tages Glut! Welch Getümmel 180 Straßen auf! Dampf wallt auf! Flackernd steigt die Feuersäule, Durch der Straße lange Zeile Wächst es fort mit Windeseile, 185 Kochend wie aus Ofens Rachen Glühn die Lüfte, Balken krachen, Pfosten stürzen, Fenster klirren, Kinder jammern, Mütter irren, Tiere wimmern 190 Unter Trümmern, Alles rennet, rettet, flüchtet, Taghell ist die Nacht gelichtet, Durch der Hände lange Kette Um die Wette 195 Fliegt der Eimer, hoch im Bogen Sprützen Quellen, Wasserwogen. Heulend kommt der Sturm geflogen, Der die Flamme brausend sucht. Prasselnd in die dürre Frucht 200 Fällt sie, in des Speichers Räume, In der Sparren dürre Bäume, Und als wollte sie im Wehen Mit sich fort der Erde Wucht Reißen, in gewaltger Flucht, 205 Wächst sie in des Himmels Höhen Riesengroß! Hoffnungslos Weicht der Mensch der Götterstärke, Müßig sieht er seine Werke 210 Und bewundernd untergehn. *Leergebrannt *Ist die Stätte, Wilder Stürme rauhes Bette, In den öden Fensterhöhlen 215 Wohnt das Grauen, Und des Himmels Wolken schauen Hoch hinein. Einen Blick Nach dem Grabe 220 Seiner Habe Sendet noch der Mensch zurück - Greift fröhlich dann zum Wanderstabe, Was Feuers Wut ihm auch geraubt, Ein süßer Trost ist ihm geblieben, 225 *Er zählt die Häupter seiner Lieben, Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt. In die Erd ist's aufgenommen, Glücklich ist die Form gefüllt, Wird's auch schön zutage kommen, 230 Daß es Fleiß und Kunst vergilt? Wenn der Guß mißlang? Wenn die Form zersprang? Ach! vielleicht, indem wir hoffen, Hat uns Unheil schon getroffen. 235 Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde Vertrauen wir der Hände Tat, Vertraut der Sämann seine Saat Und hofft, daß sie entkeimen werde Zum Segen, nach des Himmels Rat. 240 Noch köstlicheren Samen bergen Wir trauernd in der Erde Schoß Und hoffen, daß er aus den Särgen Erblühen soll zu schönerm Los. Von dem Dome, 245 Schwer und bang, Tönt die Glocke Grabgesang. Ernst begleiten ihre Trauerschläge Einen Wandrer auf dem letzten Wege. 250 Ach! die Gattin ists, die teure, Ach! es ist die treue Mutter, Die der schwarze Fürst der Schatten Wegführt aus dem Arm des Gatten, Aus der zarten Kinder Schar, 255 Die sie blühend ihm gebar, Die sie an der treuen Brust Wachsen sah mit Mutterlust - Ach! des Hauses zarte Bande Sind gelöst auf immerdar, 260 Denn sie wohnt im Schattenlande, Die des Hauses Mutter war, Denn es fehlt ihr treues Walten, Ihre Sorge wacht nicht mehr, An verwaister Stätte schalten 265 Wird die Fremde, liebeleer. Bis die Glocke sich verkühlet, Laßt die strenge Arbeit ruhn, Wie im Laub der Vogel spielet, Mag sich jeder gütlich tun. 270 Winkt der Sterne Licht, Ledig aller Pflicht Hört der Pursch die Vesper schlagen, Meister muß sich immer plagen. *Munter fördert seine Schritte 275 Fern im wilden Forst der Wandrer Nach der lieben Heimathütte. Blökend ziehen Heim die Schafe, Und der Rinder 280 Breitgestirnte, glatte Scharen Kommen brüllend, Die gewohnten Ställe füllend. Schwer herein Schwankt der Wagen, 285 Kornbeladen, Bunt von Farben Auf den Garben Liegt der Kranz, Und das junge Volk der Schnitter 290 Fliegt zum Tanz. Markt und Straße werden stiller, Um des Lichts gesellge Flamme Sammeln sich die Hausbewohner, Und das Stadttor schließt sich knarrend. 295 Schwarz bedecket Sich die Erde, Doch den sichern Bürger schrecket Nicht die Nacht, Die den Bösen gräßlich wecket, 300 Denn *das Auge des Gesetzes wacht. *Heilge Ordnung, segenreiche *Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und freudig bindet, Die der Städte Bau gegründet, 305 Die herein von den Gefilden Rief den ungesellgen Wilden, Eintrat in der Menschen Hütten, Sie gewöhnt zu sanften Sitten Und das teuerste der Bande 310 Wob, den Trieb zum Vaterlande! Tausend fleißge Hände regen, Helfen sich in munterm Bund, Und in feurigem Bewegen Werden alle Kräfte kund. 315 Meister rührt sich und Geselle In der Freiheit heilgem Schutz. Jeder freut sich seiner Stelle, Bietet dem Verächter Trutz. Arbeit ist des Bürgers Zierde, 320 Segen ist der Mühe Preis, Ehrt den K ö n i g seine Würde, Ehret u n s der Hände Fleiß. *Holder Friede, *Süße Eintracht, 325 Weilet, weilet Freundlich über dieser Stadt! Möge nie der Tag erscheinen, Wo des rauhen Krieges Horden Dieses stille Tal durchtoben, 330 Wo der Himmel, Den des Abends sanfte Röte Lieblich malt, Von der Dörfer, von der Städte Wildem Brande schrecklich strahlt! 335 Nun zerbrecht mir das Gebäude, Seine Absicht hat's erfüllt, Daß sich Herz und Auge weide An dem wohlgelungnen Bild. Schwingt den Hammer, schwingt, 340 Bis der Mantel springt, Wenn die Glock' soll auferstehen, Muß die Form in Stücken gehen. Der Meister kann die Form zerbrechen Mit weiser Hand, zur rechten Zeit, 345 Doch wehe, wenn in Flammenbächen Das glühnde Erz sich selbst befreit! Blindwütend mit des Donners Krachen Zersprengt es das geborstne Haus, Und wie aus offnem Höllenrachen 350 Speit es Verderben zündend aus; *Wo rohe Kräfte sinnlos walten, *Da kann sich kein Gebild gestalten, Wenn sich die Völker selbst befrein, Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn. 355 Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte Der Feuerzunder still gehäuft, Das Volk, zerreißend seine Kette, Zur Eigenhilfe schrecklich greift! Da zerret an der Glocke Strängen 360 Der Aufruhr, daß sie heulend schallt Und, nur geweiht zu Friedensklängen, Die Losung anstimmt zur Gewalt. Freiheit und Gleichheit! hört man schallen, Der ruhge Bürger greift zur Wehr, 365 Die Straßen füllen sich, die Hallen, Und Würgerbanden ziehn umher, *Da werden Weiber zu Hyänen Und treiben mit Entsetzen Scherz, Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen, 370 Zerreißen sie des Feindes Herz. Nichts Heiliges ist mehr, es lösen Sich alle Bande frommer Scheu, Der Gute räumt den Platz dem Bösen, Und alle Laster walten frei. 375 *Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, *Verderblich ist des Tigers Zahn, *Jedoch der schrecklichste der Schrecken, *Das ist der Mensch in seinem Wahn. Weh denen, die dem Ewigblinden 380 Des Lichtes Himmelsfackel leihn! Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden Und äschert Städt' und Länder ein. Freude hat mir Gott gegeben! Sehet! wie ein goldner Stern 385 Aus der Hülse, blank und eben, Schält sich der metallne Kern. Von dem Helm zum Kranz Spielt's wie Sonnenglanz, Auch des Wappens nette Schilder 390 Loben den erfahrnen Bilder. Herein! Herein! Gesellen alle, schließt den Reihen, Daß wir die Glocke taufend weihen, CONCORDIA soll ihr Name sein, 395 Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine Versammle sie die liebende Gemeine. Und dies sei fortan ihr Beruf, Wozu der Meister sie erschuf! Hoch überm niedern Erdenleben 400 Soll sie in blauem Himmelszelt Die Nachbarin des Donners schweben Und grenzen an die Sternenwelt, Soll eine Stimme sein von oben, Wie der Gestirne helle Schar, 405 Die ihren Schöpfer wandelnd loben Und führen das bekränzte Jahr. Nur ewigen und ernsten Dingen Sei ihr metallner Mund geweiht, Und stündlich mit den schnellen Schwingen 410 Berühr im Fluge sie die Zeit, Dem Schicksal leihe sie die Zunge, SELBST herzlos, ohne Mitgefühl, Begleite sie mit ihrem Schwunge Des Lebens wechselvolles Spiel. 415 Und wie der Klang im Ohr vergehet, Der mächtig tönend ihr entschallt, So lehre sie, daß nichts bestehet, Daß alles Irdische verhallt. Jetzo mit der Kraft des Stranges 420 Wiegt die Glock mir aus der Gruft, Daß sie in das Reich des Klanges Steige, in die Himmelsluft. Ziehet, ziehet, hebt! Sie bewegt sich, schwebt! 425 Freude dieser Stadt bedeute, F r i e d e sei ihr erst Geläute.
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Friedrich von Schiller (1759-1805) Dat Lied van de Glocke (1799) üöwersett´ van Ingrid Wedeking
1 Faste müert in de Äre Steiht de Fuorm out Läim gebrannt. Vandage mot de Glocke wär´n! Tou, Chesellen, bi de Hand! 5 Van de Blesse hait, Rünne mot de Schwait, Sall dat Wiärk den Meester luowen; Doch de Sirgen kümmt van buowen. To´t Wirk, dat wi nou makt parot, 10 Köurt sik wull en klorett Wauert; Wenn chutt Geköuer dobéi is, Dann kümt de Arbeit chut voran. So laot us nou met Fleit bekéiken, Wat dür wennig Kraft upchaiht; 15 Den slechten Kärl mött wi voachten, Wek nie bedacht, wat he beritt. Dat is´t wull, wat den Mensken uotmäckt, Un daoto hät he den Verstand, Dat he in sinnen Hiärten miärkt, 20 Wat he vullbringet met de Hand. Niähmt Holt von Füchten, Un wahne dröuge mot et sein, Datt dat inchedrückte Föur Schlött nou to den Swalch herin! 25 Kurkt den Bréi van Kurper! Hennig, nou dat Tinn dobéi, Dat de schwaore Glockenbréi Flütt dann no de rechten Wéise´! Wat innet Dammes daipe Kohle 30 De Hand met Foürs Hölpe bugget, Hauch up den Torn van de Glockensturwe, Dao wärd et tönigen van us harre. Un douern sall´t in laaten Dagen, Un driapen manches Menskens Ohr, 35 Un wärd met de Bedreuwten klagen Un stimmen to den Andacht Chor. Wat unnen daip den Ärdensuhne Dat wesselnde Vohängnis bringt, Dat schlött an de metall´ne Kraune, 40 Dat et chanz düfftig widder klingt. Witte Blaosen sai ik springen; Jau! dat Papp de is ant Flaiten. Laot´us mit Askensaolt dördringen, Dann réiChet sik betéid de Chuorte, 45 Auk von Schoume réin Mott dat Kürksel séin, Dat von´ reinlicken Metall Klaor un vull de Stimm erschall. Denn mit de frauhen Féirklang 50 Begrüusset se dat laiwe Kind Up inet Lirwens aisten Gang, Den et inn en Schlaop beginnt; De Téid biärgt äm in ih´n Schaut De dönstern un de hellen Luose; 55 De Mauderlaiwe zachte Suorgen Bewachet sinnen chüldnen Muornen - De Jaohre goaht man wahne flink. Von´t Loitken ritt sik stolt dat Jüngsken, He stuört in´t Liärwen wild herrout, 60 Töit dür de Welt an´t Wannersstöcke, Früemd kümmt he trügg in´t Vaderhous. Un herrlik, in de Jougend Blöggens, Äs en Bild ut Himmelshöchten, Met züchtigen vorschiärmte Backen 65 Soit he de Jungfrou vör sik staohn. Do päcket en unbännig Siähnen Dat Hiärt von´t Jüngsken, he is alléin, Out sine Augen briäkt de Trönen, He bliw seitaff von sine Bräuer. 70 Ganz voschiermt chait he ihr nao, Un is van ihren Grous beglücket, Dat Schönste söch he up dat Oiwer, Womit he sine Laiwe schmücket. O zachte Siähnsucht, söitet Huopen! 75 De aisten Laiwe chüldne Téid! Dat Auge söut den Hiämmel urpen, Et biärst dat Hiärt in Siäligkeit; Oh, dat se ümmer blöggen där, De schöne Téid de jungen Laiw. 80 Wie sik nou de Péipen bröunt! Düt Pinnken déip ik in, Düch etwas wie üöwerglaset, Möch de Gourte us cheroan. Tau, Chesiällen frisk! 85 Proift mi dat Gemisk, Off dat Faste und dat Waike Sik voeint to´n chuoden Taiken. Denn wo dat Strenge sik mit Sachten, Wo Starkes sik un Mildes paart, 90 Dao chiff et ennen guden Klank. Drüm preuwe, wek sik ewich bind, Off sik dat Hiärt to´t Hiärten findt! De Wahn is kuort, de Reu ist lang. Laiwlik in de Brout ihr Hoar, 95 Spielt de groine Jungfraukranz, Wenn de hellen Kieäkenglocken löiet´to den Hochtéid´s Chlanz. Ach! dat schönste Fest in´t Liärwen Mäkt to End den Liäwensmai, 100 Mit den Raimen, met den Schleier Ritt de schöne Wahn utnain. De Leidenschaft chait, De Laiw mott bléiwen; De Blom verblögget, 105 De Fruochte mott dréiwen. De Mann mott herout I´nt feindlicke Liäwen, Mott wiärken und striäwen Un planten un rackern, 110 Vürtüesken un schrappen, Mott wätten un waogen, Dat Glück to erjaogen. Dao strüömt hertau de unendlicke Gaobe, Et füllt sik de Spéiker met köstlicker Haobe, 115 De Roüme wasset, et diähnt sik dat Hous, Un binnen rechaiert De züchtige Housfrugge, De Kinner ihr Mauder; Un hiärsket wéise 120 In´n houslicken Kréise, Un lähret de Loiters Un wiähret de Jüngskes, Un riäget ohne Enne, De fléitigen Hänne, 125 Un miährt den Gewinn Met réigenden Sinn, Un füllt met Chawen de duftenden Laden Un drägget üm sousende Spindels den Faden, Un sammelt in´t Schapp 130 De witte Wulle, dat réine Linnen. Un läch to´t Chude den Chlanz un den Schimmer, Un rouet nimmer. Un de Vader met fröhlicken Blick, Von´t Houses weítkéikenden Giewel 135 Üöwertellt sin blüggend Chlück, Söit de baumhaggen Pösten Un de Schöüern full Ähren Un de Spéiker, van Siägen schwor,
140 Prohlt sik met stolten Mund: Fast, äs de Iärden Grund, Giegen´t Unchlücks Macht Staiht mi det Houses Pracht! Doch met so unsiälicken Mächten 145 Is ken aiwigen Bund to flechten, Un dat Unchlück löt nich lang up sik woachten. Nou tao! nou kann de Guost anchoan; Praot zacket is de Brauk. Doch, ähr es wi et laupen laot, 150 Biärdet en frumen Spruok, Stait´ den Tappen ruot! Chuod bewahr dat Hous! Raukend innet Hänkels Buogen Schütt´t met föierbrounen Wuogen. 155 Wuohltätig isset Föiers Macht, Wenn se de Mensk betiähmt, bewacht, Un wat he utdenkt, wat he schafft, Dat dankt he düsse Himmelskraft. Doch laige wiärd de Hiämmelskraft, 160 Wenn se von Déissel sik entrafft, Lan chait up de eig´ne Spuor, De fréi Dochter de Natur. Waih us, wenn se laossgelaoten, Wassend ohne Wéirstand, 165 Dür de Vuolksbeliäbten Straoten, Rullt den wahnen chrauten Brand! Denn de Elemente hass´t Dat Chebild van Menskenhand. Out de Wuolke 170 Kümmt de Siägen, Strüömt de Riägen; Ut de Wolke, ohne Wohl, Zuockt de Straohl. Hört jou´t wimmern hauch van´Tuorn? 175 Dat is Stuorm! Raut, äs Blaut, Is den Hiämmel, Dat is nich de Dageschlout! Wat´n Chetümmel, 180 Straoten up! Domp wallt up! Flackernd stigg de Föiersüele, Dür de Straote lange Réige, Wässet fuort met Windeséile; 185 Kuokend, as out Uowens Rachen, Glöggel de Lüfte, Balkens krachen, Poeste stüörtet, Fensters klirret, Kinner jammert, Moder irret, Dieers wimmert 190 Unner Trümmer; Allet rennet, rettet, flaiht, Daghell is de Nacht belüchtet; Döür de Hänne lange Réige Üm de Wette 195 Flügg de Emmer, hauch in´n Bourgen Güett et langre Waterwourgen. Höulend kümmt de Stuorm anfluorgen, Wek dat Föier brousend söcht. Rasselnd in de düörre Raime, 200 In de Spaiers düörre Baime, Just äs wullte se innen Waihen Met sik wägg de Iärdenwucht Trekken in chraut mächt´ge Flucht,
205 Wässet in de Himmelshöchte Wahne chraut! Ohne Huoppen Weikt de Mensk de Guoddesmacht, Machtlos soiht he sine Wiärke 210 Un bewunnernd unnerchaohn. Utbrannt Is de Stéir, Wöiste Stürme, ruggett Berre. In de léigen Fensterbürke 215 Wuohnt dat Grousen, Un de Hiämmelswuolken kéiket Hauge hen. Enen Blick No den Grawe 220 Siner Hawe Send´t de Mensk no maol torrüg -- Chrippt fröhlik dann to´n Wannerstaowe. Wal dat Föier em affnuhment, En söiten Traust is em bliewen, 225 He tällt de Köppe von de Laiwen, Un kéik, Iähm faihlt ken döüer Haupt. In den Iärd´ is´t upgenoumen, Glücklich is de Fuorm chansz füllt; Wiärd´t auk praot to Dage kuommen, 230 Dat et Fleit un Kunst vergüelt? Wenn de Gourt vorduorwen is? Wenn de Fuorm outnaine is? Aoch, viellicht, so äs wi´t huopen, Hätt us dat Unheil längs all druopen. 235 Den döüsteren Schauot de hill´gen Iärde Votrugget wi de Hänne Wirk, Votrugget de Bouer sine Soat Un huopt, dat se wull upchoan will Ton Siärgen no den Himmels Raot. 240 No biekere Soat wi biärget Trouernd in de Iärden Schaut Un huoppet, dat he ut de Särge Upblöggen sall to´t biätttere Laus. Von de hauge Kiärke, 245 Schwor und bang, Tüent de Chlocke Grawgesang. Bedroiwet löiet ihre Trouersliäge En Wannersmann up´n lesten Wiäge. 250 Ach, dat Frugge is´t, de chuede, Ach, et ist de Mauder, chuede, De de schwatte Füerst von´ Schatten Wägnuhrm out den Aorm van Chatten. Out de laiwe Kinnerschaor, 255 De se blöggend em gebaor, De se an de doiernn Buorst Wassen saoch met Mauderluost - Ach, de sachten Houses Banden Sind torieten immerdaor 260 Denn se wouhnt in´ Schattenlande, Wek det Houses Mauder waor; Denn et faihlt ihr toöüet Waolten, Ihre Suorge is nich miähr; An verlaot´ner Stiäe schaolten 265 Sall de de Früemde, laiweliär. Büs de Glocke sik verkoilt, Lot´ de schwore Arbeit liggen, . Wie in´t Lauw de Vügel spielt,, Sall sik jeder nou vogneugen.. 270 Winkt dat Sternenlecht Rohet alle Plicht, , Hört de Gesell de Vesper slaon; Meester mot sik alttéid plagen. . Munter set he sine Föite 275 Dür den willen Buschk de Wand´rer Nao de laiwen Heimaotstüe. Blökend treckt nao Hues de Schope, Un de Kögge
280 Bréitgeblesste, glatte Tröppe Koumet brüllend, De gewuhnten Ställe füllend. Schwaor herin Füert de Wagen, 285 Koarn bepackt; Bunt von Farwen, Up de Garwen Ligg de Kranz Un dat jounge Volk von Schnitkers 290 Flügg to´n Danz. Markt un Straoten wärd´nu stiller; Un dat Füers helle Flamme, Kuomt binain de Housgenossen, Un dat Stadttor slüt sik krachend. 295 Schwatt deckt´ sik de Iärde nou; Doch den sichern Bürger schriäkket Nich de Nacht, De den Laigen grießlich wecket;
300 Denn dat Auge von´t Gesetz dat wachet. Hill´ge Urdnung, siärgensréike Himmelsdochter, de dat Gléike Fréi und lecht un frauh vobindt, De de Städte bougget, 305 De herout out de Gefilde, Raip den ungesell´gen Wilden, Intratt in de Mensken Hütten, Se gewühnt an sachten Sitten, Un dat döierste Band 310 Wuob, den Draiw to´n Vaderland! Dousend fleitige Hänne riäget sik, Hölpt sik in´n munt´ren Bund, Un in füeriChen Bewieägen Wärd nou alle Kräfte kund. 315 Mester rüstet un Gesiälle In den Fréiheit hill´gen Schutz; Jeder frögget séiner St´eie, Wiss den Voächter sinen Trutz. Arbeit is de Tier von´ Bürger, 320 Siärgen is de Plaoge Préis; Ährt den Künig sine Würde, Ähret auk de Hänne Fléit. Holder Friede, Soite Intracht, 325 Resset fröndlik ürwer düsse Stadt! So sall nie de Dag ankummen, Wo de ruggen Kréigers Horden Düsset stille Tal votrampelt, 330 Wo de Himmel, obens röuet Van de Dürper, van de Städte Wöistem Branne schröcklick straohlt.
335 Nu tobriaket in dat Gemöier, Sine Afsicht is erfüllt, Dat sik Hiärt und Auge waide An dat wuohl gerohme Bild. Schlaot den Hammer, schlaot, 340 Bis de Mandel springet! Wenn de Glocke sall upstaohn, Mott de Fuorm in Stücke gaohn. De Meester kann de Fuorm tobriäken Met klauker Hand to rächter Téid; 345 Doch waihe, wenn in Füersbiäken Dat chlönnich Erz sik sölfs befréit! Ganz wahne, met´n Donnerskracken Tospringt et dat gebuorstne Hous, Un äs out uop´nen Höllenrachen 350 Spigget et Verdiärwen out. Wo rauhe Kräfte unwéis waolten, Do kann sik ken Gebild gestaolten; Wenn sik de Völker sölfs befrain, Do kann de Wouhlfahrt nich gedaihn. 355 Weih, wenn sik in de Städte Saut De Föierstunder still gehaipet, Dat Volk de Kéie teritt To Éigenhölpe schrecklik grippt! Do trecket an de Glockenstrang 360 De Upruhr, dat se höulend schallt Un, bloss gewiggett to Friedensklänge, De Luosung anstimmt to Gewoalt. Fréiheit und Gléikheit hört man schaollen; De stille Bürger chripp to Wiähr, 365 De Straoten füllet sik, de Hallen, Un Würgerbanden treckt ümhiär. Da wiärd de Wéiwer to Hyänen Und dréiwet met den Schröcken Scherz; No zuckend, met de Panthers Tiärne, 370 Toréitet se dat Feindes Hiärt. Nichs Hilliges is mähr, et löest Sik aller Banden frumer Schöue; Dat Chude rümt de Stäie vo´t Laige, Un alle Laster waoltet frei. 375 Gefohlik is´t den Leu to wecken, Vodiärslik is de Tigers Than; Un doch, de Schriöcklikste de Schrecken, Dat ist de Mensk in sinen Wahn. Waih sücke, de den Iärwigblinnen 380 Det Lechtes Himmelsfaockel leut! Se straohlt nich em, se kann blos tüenden, Un ächkert Städt´un Länner in. Fréide hät mit Godd gegiewen! Saihet! äs en chülden Stärn 385 Out de Hülse, blank un leike, Schält sik de metallne Kärn. Von den Helm to´n Kranz Speigelt´ Sunnenglanz. Auk de Wappens schoine Schiller 390 Luowet den vostänniger Bilder. Herin! Herin! Gesellen aolle, schloutet den Réipen, Dat wi de Glocke daipet, wigget! C o n c o r d i a sall ihr Nome séin. 395 To Intracht, to hiärtinnigen Voeine Tohaup se kümmt de laiwende Gemeinde. Un düt séi alltéid ihr Beruof, Wotau de Mester se erschuf! Hauch ürwer séigen Iärdenliäwen 400 Sall se in´t blou Himmelstelt, De Naowersche von´ Donner schweben Un grenten an de Stärnenwelt, Sall eine Stimme séin van buowen, Wie de Gestirne helle Schaor, 405 De ihren Schöpfer tröulik luowen Un laihet dat bekränzte Jaohr. Bloss iärwigen un iärnsten Dingen Is ihr Éisen´ net Moul gewigget, Un stündlik in de harren Schwingen 410 Berüöhrn in Fluoge se de Téid. Dat Schicksal laihe se de Tunge; Sölfs hiärtlos, ohne Mitgefeul, Dat Liäwens wesselvulles Spiel.
415 Un wie de Klang in´t Ohr vergaiht, De miächtig tüönend ihr entschallt, So lähr se, dat nix bestaiht, Dat alles Iärdiske verhallt. Nou tau, met de Kraft von´t Strange 420 Bührt de Glock nu out de Gruft Dat se in dat Réik von´ Klänge Upstigg in de Himmelsluft! Trecket, trecket, büehrtt! Se bewiäg sik, schwiäwt! 425 Fröggen düsser Stadt bedöüte, F r i é n, dat séi ihr eist Gelöüe.
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