Neues aus der Heimatforschung

Aus dem „Hoeken“ wurde dann später das Höken

Bert Bertling (25.07.2008)

Sippentreffen der Hökenschnieders

  Es war eine lange Liste der Teilnehmer, von Berlin bis München reichten die Adressen auf der Teilnehmerliste des Sippentreffens der Hökenschnieder, die sich in ihrem  Stammhaus in Mastholte wähnten, nämlich auf den Hoeken-Hof, dem heutigen Hof Hagemeier im Katthagen. Da traf es sich gut,, dass dort heute ja eine florierende „Kaffeestube“ auf dem Hof viele Gäste  bewirten kann. Immerhin hatten sich zu dem „Hökenschnieder-Sippen-Treffen“ über 100 Teilnehmer angesagt. 96  Mitglieder der großen Sippschaft aus ganz Deutschland von München bis Berlin waren erschienen, um sich einen Tag lang über den Stammbaum und die Geschichte der Familie und des Heimatortes gründlich zu informieren.

Studienrat Konrad Hökenschnieder aus Bielefeld hatte die Adressen ausfindig gemacht und eingeladen. Ihm zur Seite stand Heimatforscher Bert Bertling, der schon zur Festschrift des Treffens umfangreiches Material zu Namen und Stammbaum der Familie beigetragen hatte. Im früheren Namen des Hofes Hagemeier, der auch heute noch in Mastholte oft plattdeutsch „Heuken-Hof“ genannt wird, steckt das mittelalterliche Hoeken, gesprochen mit langem O wie in Soest oder Coesfeld. Als Hoeken wurde im Mittelalter und davor ein Geviert aus Erdwällen genannt. Ein solches Geviert ist in der Geschichte des Hofes auch genannt. Aus dem „Hoeken“ wurde dann später das Höken. Und die Schnieder waren Schneider, die hier zwar zu Hause waren, jedoch von Hof zu Hof zogen, um ihr Handwerk anzubieten. 

Hökenschnieder-600

In seinem zum Teil launigen Vortrag zum Heimatort spannte Bert Bertling den Bogen über die 700 Jahre Mastholte von der Exkommunikation der Bauernschaft im Jahre 1300 über die Antoniuskapelle 1480 und die Gründung des damals evangelischen Kirchspiels 1570 und dem dann wieder katholischen Kirchbau von 1653 bis 1691 bis zu den sozialen Krisen im 19. Jahrhundert, als mehr als jeder vierte Mastholter in die USA auswanderte, weil die Menschen hier im „armen, armen Mastholte“, wie es hieß, keine Zukunft mehr sahen. 


Im zweiten Teil des Treffens führte Bertling die Sippschaft durch die so schön renovierte Jakobus-Kirche und zeigte ihnr anschließend das ebenso reizvolle Heimathaus mit seiner geschichtlichen Umgebung. Mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Hause Adelmann klang der Familientag Hökenschnieder aus mit dem gegenseitigen Versprechen, sich in 10 Jahren in Mastholte wieder zu treffen.

Zurück