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Der Name Mastholtes -
Von Bert Bertling 12.08.2003
die Wiederholung einer Spekulation im Internet des Heimatvereins
Immer mal wieder wird die These wiederholt, der Name Mastholte habe einen anderen Ursprung als bekannt: Bekannt ist bisher „die Mast im Holt (Wald)“, dass also vor Jahrhunderten im Wald Schweine gemästet wurden.
Die Wiederholung des Zweifels an dieser Entstehung des Namens wird durch die Behauptung eines G. Müller, den man zitiert, nicht überzeugender. G. Müller meint, aus „tom Ostholte“ sei mal zusammengezogen „Mostholte“ geworden. Und weil man dann damit nichts anfangen konnte, erinnerte man sich an die Mast, immerhin. Aber das klingt so, als habe Mastholte mal Mostholte geheißen. Absurd. (siehe Homepage des „Heimatvereins Mastholte“ unter „Geschichtliches“)
Entstehung des Kirchspiels Mastholte
Doch der Münsteraner Müller kennt nun ja auch die Entstehung des Kirchspiels Mastholte nicht. Jetzt wird seine einmal geäußerte Meinung allerdings unter dem Namen „Heimatverein Mastholte“ im Internet als wahrscheinlich wiederholt, ohne dass ein Autor namentlich genannt wird. Aber „Heimatverein Mastholte“, das bin ich auch (ich habe den Verein sogar gegründet), daher erlaube ich mir, Folgendes zu bedenken:
1. Der Rietberger Graf Erich von Hoya gründete 1570 aus den Bauerschaften Ostholte, Nordfechteler und Möse ein evangelisches Kirchspiel, wobei er die Kapelle in Ostholte zur Pfarrkirche erhob.
2. Nun brauchte man einen gemeinsamen Namen für die drei Exbauernschaften . Da lag es nahe, sie „Mastholte“zu nennen, denn der Name war in Rietberg schon lange in Gebrauch für das (Wald-) Gebiet. Bis zur Gründung des Kirchspiels hatte das Gebiet aber zu Wadersloh gehört. Von Wadersloh aus lag Ostholte im Osten. Deswegen wurde es ja auch Ostholte genannt.
3. Im Rietberger Schloß aber sprach man vom Mast-Holt. Dort war bekannt, dass ihre Leibeigenen ihr Schweine in eben diesen Wald zum „Fressen“ trieben. Und zwar schon mindestens seit 1527. Deswegen wohl auch taucht der Name schon mehr als vierzig Jahre vorher im „Rietberger Stadtbuch“ auf.
Der Name war Nomen und Omen, was soviel heißt Bedeutung oder Aussage über das Gebiet.
4. Man sah also von Wadersloh und von Rietberg aus „Wald“, das Holt, als Quelle für den Holzeinschlag und fürs Gebrauchs-Holz (Zaunpfähle und Brennmaterial). Der Wald war für die leibeigenen Menschen eine Gemeinheit, stand also allgemein zur Verfügung, generell auch für die Mast von Schweinen. Die fraßen nämlich gern Eicheln und Bucheckern. Die Rietberger werden also gewusst haben, warum sie das Gebiet „Mastholt“ genannt haben. Und für die Wadersloher hatte „Holt“ eben dieselbe Bedeutung, deswegen auch da: „Holt“!
5. Übrigens: Noch im 19. Jahrhundert war der südliche Teil Mastholtes etwa bis zur Bentelerstraße voller Eichen und Buchen. Die heutigen Großväter wissen das von ihren Großväter – namentlich wurde mir das vom Exbürgermeister Hermann Petermeier (auf Band gesprochen) berichtet, in den heutigen Tagen erzählte auch Karl Sonntag an der Waldliesborner Straße das Gleiche.
Älteste Urkunden mit dem Namen
6. Des Weiteren bleibt anzumerken, dass die Grafin Anna, Ww. des Grafen Otto von Rietberg, mit ihren Söhnen Otto und Johann in einem Vertrag von 1537 ebenfalls als „Immobilie“ das „Mast-Holt“ erwähnt.
7. Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang ja auch die älteste, bekannte Karte von „Mastholte“ von 1565. Immerhin ist sie das Ergebnis von langen Auseinandersetzungen über die Grenze zwischen dem Fürstbistum Paderborn und der Grafschaft Rietberg. Diese Auseinandersetzungen begannen eigentlich schon mit der Entstehung der Grafschaft Rietberg. Spätestens im 14. Jahrhundert aber beginnen die konkreten Überlegungen über die Grenze. Die Karte nennt unter anderem den „Möllenfluss in Mastholt“, meint den Haustenbach als „Mühlenfluss in Mastholte“, somit schon vor dem Jahr 1400.
8. Wenn wir an das Jahr 1400 denken, fällt einem eines der unstrittigsten Argumente für den Namen des Gebietes ein: Um 1400 ist die Kapelle in Mastholte-Süd entstanden, die später bei Gründung des Kirchspiels als Pfarrkirche diente. Diese Kapelle wurde dem Hl. Antonius geweiht. Die Mastholter nannten ihren Pfarrpatron liebevoll plattdeutsch den „Swinetüns“. - Noch Fragen?
Bert Bertling, Verfasser der Mastholter Chronik zur 700-Jahr-Feier
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